Die 2010 gegründete Kreuzbergallianz e. V. ist ein kommunaler Zusammenschluss der Stadt Bischofsheim i.d.Rhön, des Markts Oberelsbach sowie der Gemeinden Sandberg und Schönau a.d.Brend. Über integrierte, gemeindeübergreifende Zusammenarbeit stellen sich die Mitgliedgemeinden den vielfältigen Herausforderungen im ländlichen Raum.
Zu diesen zählen in den ländlich-peripheren Bereichen der Bayerischen Rhön unter anderem der demographische Wandel mit seinen Folgen für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, der landwirtschaftliche Strukturwandel oder die Sicherung der Daseinsvorsorge. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Lebens-, Arbeits- und Erholungsraumes auf gemeindeübergreifender Ebene. Um diese Herausforderungen zielführend und mit den richtigen Maßnahmen zu bearbeiten, wurden mehrere themenbezogene Konzepte erstellt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der Themenbereich Flächenmanagement und Innenentwicklung eine zentrale Rolle einnimmt.

Es sollte frühzeitig eine gemeinsame Strategie der Kreuzberg-Kommunen zur Siedlungsentwicklung erarbeitet werden, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund wurde eine ganzheitliche Baulücken- und Leerstandserhebung in allen Kommunen und Ortsteilen durchgeführt; dabei wurden auch Gebäude mit Leerstandsrisiko erfasst. Die Ergebnisse dieser Erhebung wurden für jede einzelne Kommune - mit ihren Stadt- und Gemeindeteilen - quantitativ und qualitativ dargestellt.
Im Rahmen des Projekts wurden in den Gemeinden Flächenmanagement-Datenbanken eingerichtet, die eine effiziente und kontinuierliche Erfassung und Verwaltung von innerörtlichen Baulücken und Leerständen gewährleisten.

Was sind Baulücken und Leerstände?
|> Baulücke klassisch
|> Geringfügig bebautes Grundstück (z. B. Bebauung mit Schuppen, Gartenhaus, Garage)
|> Wohngebäude leerstehend
|> Gewerbebrache Leerstand
|> Gewerbebrache mit Restnutzung
|> Gewerbebrache Baulücke
|> Hofstelle leerstehend
|> Hofstelle mit Restnutzung
|> Hofstelle ohne Hofnachfolger
|> Infrastruktureinrichtung leerstehend
|> Konversionsfläche
|> Wirtschaftsgebäude Ortsrand leerstehend
|> Wohngebäude mit Leerstandsrisiko: Bewohner > 75 Jahre
Glossar / Begriffserklärung:
Potential: In der Innenentwicklung bezeichnet ein Potential eine Baulücke oder einen Gebäudeleerstand bzw. ein Grundstück an dem eine Nachverdichtung möglich ist.
Aktivierung Potential: In der Innenentwicklung bezeichnet die Aktivierung eines Potentials z. B. das Schließen einer Baulücke mit dem Neubau eines Gebäudes oder die Belebung eines Gebäudeleerstands.
Donuteffekt: „In der Stadtentwicklung bezeichnet Donut- oder Doughnut-Effekt eine Wanderungsbewegung aus der Innenstadt in die Randbezirke.“ Wikipedia
Nachverdichten: „Als Nachverdichtung (selten: bauliche Nachverdichtung) oder Innenverdichtung bezeichnet man das Nutzen freistehender Flächen und die Erhöhung der Kubatur innerhalb bereits bestehender Bebauung. Dadurch wird die Bebauungsdichte, also der Wohnraum je verbauter Fläche, höher, was einer Zersiedelung entgegenwirkt.“ Wikipedia
Leerstandsrisiko: Mit Leerstandsrisiko wird in der Innenentwicklung (Festlegung KBA) ein Gebäude bezeichnet, dessen Bewohner älter als 75 Jahre sind / ist.
ALKIS: Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem
Kataster: „Unter Kataster wird im Allgemeinen ein Register, eine Liste oder Sammlung von Dingen oder Sachverhalten mit Raumbezug verstanden. Im engeren Sinne steht das Kataster, genauer das Liegenschaftskataster, für das landesweit flächendeckende Register sämtlicher Flurstücke (Parzellen, Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte) und deren Beschreibung. In einem beschreibenden Teil (Katasterbuch/ Liegenschaftsbuch) und in Karten (Flurkarte/Liegenschaftskarte) werden die Flurstücke mit ihrer räumlichen Lage, Art der Nutzung und Geometrie sowie zusätzlich auch die auf den Flurstücken befindlichen Gebäude beschrieben.“ Wikipedia
Konversionsfläche: „Der Begriff Konversion (auch Umnutzung oder Nutzungsänderung) beschreibt in der Stadtplanung die Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirtschafts- und Naturkreislauf oder die Nutzungsänderung von Gebäuden. Er wird vor allem im Zuge der Umnutzung von ehemaligen militärischen Anlagen (Konversionsflächen) für zivile Zwecke verwendet. Im Laufe der Jahre fand der Begriff auch bei anderen Entwicklungsflächen Anwendung. Hierbei kann es sich je nach Lage um eine bauliche Wiedernutzung (Inwertsetzung) oder um eine freiräumliche Folgenutzung (Revitalisierung) handeln. Im Rahmen der Innenentwicklung der Städte steht die Wiedernutzbarmachung von Flächen und soweit möglich auch von Hochbauten im Vordergrund.“ Wikipedia
EWO Daten: Daten aus dem Einwohnermelderegister
TERA Objektmanager: Kommunales Rauminformationssystem auf Grundlage der ALKIS-Daten und der Geobasisdaten der Vermessungsverwaltungen. Analyse von Eigentümer-, Gebäude- und Geodaten. Eine Software der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB).
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